mit der Schule

Christiane Nustede spricht über die positiven Effekte von Klassenfahrten

Man sieht Christiane Nustede (Leiterin einer Grundschule in Lehrte), die über den positiven Effect von Klassenfahrten berichtet.

Christiane Nustede kommt auf den Hof ihrer Grundschule in Lehrte – die Schulleiterin wirkt optimistisch und freut sich darauf, uns etwas über ihren „neuen“ Alltag zu erzählen. Denn nach mehreren Monaten Corona-Lockdown findet in der Albert-Schweizer-Schule wieder regulärer Schulbetrieb statt: Schülerinnen und Schüler treffen sich in der Schule und müssen jetzt neben dem Unterrichtsstoff auch lernen, wie man „im richtigen Leben“ miteinander umgeht. Welche positiven Effekte Klassenfahrten in der aktuellen Situation auslösen können, darüber haben wir uns mit Christiane Nustede im Interview unterhalten.

Frau Nustede, wie haben Sie die vergangenen Monate als Pädagogin empfunden?

Christiane Nustede: Auf jeden Fall als sehr herausfordernd. Wir mussten und müssen viele Maßgaben und Neuerungen im Kontext der Pandemie beachten und letztlich natürlich auch dafür Sorge tragen, dass alle Vorgaben für den Schulbetrieb umgesetzt werden. All diese Veränderungen und Maßnahmen bedeuten ja unter dem Strich sowohl für die Kinder als auch für die Lehrkräfte große und nicht immer ganz einfache Veränderungen. Wichtig war uns im Kollegium aber immer, dass wir die Kinder so aufnehmen, dass sie so viel normalen“ Alltag wie möglich erfahren können und wenig Ängste oder Hemmungen entstehen. Eine anspruchsvolle Aufgabe – für alle Beteiligten.

Wie haben Sie die Schülerinnen und Schüler nach der schrittweisen Rückkehr zum Präsenzunterricht erlebt?

Nustede: Ja das war sehr spannend, weil wir eine deutliche Veränderung zum Homeschooling erlebt haben. Die Grundschüler waren hier in Niedersachsen sehr lange im so genannten „Szenario B“ – heißt, wir hatten beispielsweise geteilte Klassen, was für viele eine echte Herausforderung war: Die Kinder konnten auf einmal nicht mehr mit der Freundin oder dem Freund in der Klasse sein und sich auch nicht mehr sehen. Zurück im „Szenario A“, wo sich dann alle wieder sehen durften, gab es dann natürlich erstmal gewisse Konflikte. Es mussten zum Beispiel neue Rangordnungen gefunden werden. Auch bestehende Freundschaften sind kaputtgegangen oder waren nicht mehr beständig, neue Kontakte wurden geknüpft. Für viele Kinder war es zudem auch erst einmal irritierend – je nachdem, wie sie durch die Pandemie geprägt wurden – plötzlich wieder mit so vielen anderen in der Schule zu sein und diese Nähe wieder auszuhalten. Eine herausfordernde Situation, denn vorher waren Abstand und wenig Kontakte die Gebote und plötzlich hatten wir wieder volle Schulbusse und Klassenräume. Hier war für uns als Pädagoginnen und Pädagogen schon eine gewisse Aufarbeitung erforderlich, um den Kindern wieder Stabilität zu ermöglichen.

Sie waren gerade auf Klassenfahrt in einer Jugendherberge. Wie war es, nach so langer Zeit wieder auf Reisen zu gehen?

Nustede: Das war für alle ein ganz tolles Erlebnis! Wir hatten sehr viel Spaß und es war absolut richtig, dass wir die Fahrt gemacht haben. Wir haben uns sehr kurzfristig entschlossen und haben glücklicherweise auch noch Jugendherbergen gefunden. Zwei Klassen waren auf Amrum und eine Klasse war am Steinhuder Meer. Dort bin ich auch selbst mitgefahren. Man konnte erleben, wie froh die Kinder eigentlich waren, wieder gemeinsam spielen zu können. Sie haben am Strand mit Wasserbällen Volleyball gespielt, sind durch die Gegend getobt, sie brauchten plötzlich kein Handy und kein Tablet, dies war alles unwichtig. Es zählte eigentlich nur das gemeinsame Spielen draußen in der Natur und der Spaß. Das war toll!

Welchen Effekt haben diese Erlebnisse auf Schülerinnen und Schüler?

Nustede: Also in diesem Fall waren es die Abschlussfahrten unserer vierten Klassen. Für die Kinder war es so möglich, dass sie sich noch einmal als Gemeinschaft erleben konnten und sie dadurch – glaube ich – gestärkt und sicher an die weiterführenden Schulen gewechselt sind. Klassenfahrten haben vor allem dann einen positiven Effekt, wenn sie Ende des zweiten Schuljahrs oder Anfang des dritten Schuljahrs durchgeführt werden, weil man dann die Chance nutzen kann, die Klasse in ein gutes Sozialklima zu bringen. Davon profitiert man dann natürlich auch den Rest der Schulzeit. Aber jetzt in diesem Fall – als Abschlussfahrt – war es auch sehr gelungen. Es hat den Kindern, so denke ich, noch mal ein gutes Gefühl gegeben und einen runden Abschluss der Grundschulzeit mit sich gebracht.

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