Deutschland erobern

UNESCO-Welterbe entdecken

UNESCO-Welterbe Wattenmeer

„Weißt du, dass der Sand und Schlick, auf dem wir hier spielen, zum UNESCO-Welterbe gehört?“ Welterbe, das hört sich groß und bedeutend an, gar nicht nach Schlick. Wie vielfältig unser Welterbe ist und was dahinter steckt, zeigt unsere Reise zu sechs Jugendherbergen – Welterbestätten und Familienprogramme inklusive.

Das alte Silberbesteck, ein Ring oder eine Uhr, Möbel oder ein Haus: Erbstücke sind etwas Besonderes, etwas von Wert, das von den Großeltern über die Eltern an die Kinder weitergegeben und sorgsam gepflegt wird. Ähnlich ist es auch mit dem UNESCO-Welterbe, nur größer! Vor 45 Jahren wurde von der Generalkonferenz der UNESCO die „Internationale Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Ziel war und ist es, das Schönste, das der Mensch und die Natur weltweit hinterlassen haben, zu erhalten. In Deutschland sind es  gleich 42 Welterbestätten, die es zu entdecken gibt.

UNESCO-Welterbe in Weimar

Wo gibt es UNESCO-Welterbe in Deutschland?

Goethe, Schiller, Herder: Unsere Reise beginnt, ganz klassisch, im thüringischen Weimar. Um das Jahr 1800 war Weimar Zentrum des deutschen und europäischen Geisteslebens, des Aufbruchs und der Aufklärung. Fast 50 Jahre hat Goethe hier gelebt. Hier befinden sich sein barockes Wohnhaus am Frauenplan und sein Gartenhaus im Park an der Ilm. Und genau dorthin geht es zu einem Picknick, wenn Sie das neue Arrangement der Jugendherberge Weimar nutzen. Das aktuelle Programm ist besonders umweltfreundlich ausgelegt. So entdecken Sie die Klassikerstadt beispielsweise per Pferdekutsche. Es können aber auch Fahrrad-Rikschas oder Segways gemietet werden, um die Stadt individuell zu erkunden.

Mittelalterliches Familienclan-Spektakel

Die nächste Station unserer Reise ist die Jugendherberge Starkenburg oberhalb von Heppenheim an der Bergstraße. Dass es sich hier im milden Klima gut leben lässt, wussten schon die alten Ritter. Von der mittelalterlichen Starkenburg geht der Blick weit über die Rheinebene und den Odenwald. Nur acht Kilometer entfernt befindet sich das UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch, das übrigens die benachbarte Starkenburg einst erbaute. Lust auf eine Zeitreise ins Mittelalter? Dann sind Sie hier richtig! Die Jugendherberge Starkenburg lädt Familien zu einer fünftägigen Reise ins Mittelalter ein. Schon die Kulisse ist beeindruckend. In traditioneller Gewandung lernen Groß und Klein die wichtigsten Benimmregeln und kämpfen mit Geschick um den Turniersieg ihres Familienclans. Zum Programm gehört natürlich ein Besuch im Kloster Lorsch. Hier und im Freilichtlabor Lauresham kann man sich in das Leben der Mönche versetzen und alte Handwerkskünste wie das Herstellen von Bodenfliesen ausprobieren oder Kräuterheilmittel herstellen.

SCHREIBWERKSTATT Im Freilichtlabor Lauresham wird das Leben der Mönche im Mittelalter lebendig. Mit Feder und Tinte schreiben oder selbst Heilmittel herstellen – hier kann man es ausprobieren.

Wertvolles wissen über das Schwarze Gold

Deutlich jünger, aber mindestens genauso spannend, ist unser nächstes Ziel: das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein. Zwischen 1927 und 1932 erbaut, war sie lange Zeit die weltweit größte und modernste Förderanlage für Steinkohle. In der ehemaligen Sieberei, in Kohlebunkern und der Kohlenwäsche, an gigantischen Maschinen, Förderbändern und den Koksöfen kann man die Entwicklung der Schwerindustrie und die Kohlegewinnung anschaulich erleben. Heute ist die „schönste Zeche der Welt“ mit ihrer vom Bauhaus beeinflussten Architektur eine Ikone moderner Industriearchitektur und ein Zentrum von Kunst und Kultur. Auf dem Gelände lohnt sich auch ein Besuch im Ruhr Museum. Es zeigt die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets. Die Jugendherberge Essen bietet mit dem Sparpaket „Essen Kult(o)urell“ das passende Angebot für einen Besuch in der Ruhrmetropole.

Zeche Zollverein

Architektur ist auch ein gutes Stichwort für unsere nächste Reisestation: Wir machen halt in der Jugendherberge Wittenberg. Von hier lassen sich gleich mehrere UNESCO-Welterbestätten entdecken. Da ist die berühmte Schlosskirche, an die Luther im Jahr 1517 seine Thesen schlug. Unser Hauptziel ist hier aber die Bauhaus-Stadt Dessau. Das Bauhaus gilt auch fast 100 Jahre nach seiner Gründung als Sinnbild für moderne Architektur und Gestaltung. 1926 wurde das von Walter Gropius entworfene Gebäude der Hochschule für Gestaltung in Dessau eingeweiht. In der Bauhaus-Mensa kann man auf den von Marcel Breuer entworfenen Hockern eine Pause einlegen. Besuchen Sie auch die Meisterhäuser und die Siedlung Dessau-Törten. Und damit ist in Sachen Welterbe immer noch nicht Schluss: Direkt am Weg – zwischen Dessau und Wittenberg – liegt das Gartenreich Dessau-
Wörlitz. Auf gut 140 Quadratkilometern gibt es hier gleich mehrere Parks zu entdecken, darunter den berühmten englischen Landschaftspark Wörlitz, die Anlagen in Oranienbaum und den Park in Mosigkau. Bequeme Wanderschuhe sind hier angesagt, wenn Sie den weitläufigen Wörlitzer Park erkunden wollen.

Reise in die Eiszeit

Weitaus ältere Kunstwerke stehen im Mittelpunkt eines Kulturerbes, dass erst seit Juli dieses Jahres den begehrten Titel UNESCO-Welterbestätte trägt. Die Rede ist von den Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb. Vor rund 40.000 Jahren lebten in den Höhlen und in den Tälern der Ach und der Lone Menschen, die uns die weltweit ältesten Zeugnisse künstlerischen Schaffens hinterließen. Das Elfenbein-Mammut von der Vogelherdhöhle, die Venus vom Hohlen Fels oder der Löwenmensch zählen zu den ältesten bekannten Kunstwerken der Menschheit. Die Geschwister-Scholl-Jugendherberge Ulm ist ein idealer Ausgangspunkt, um die eiszeitlichen Höhlen zu erkunden.

Eiszeithöhle auf der Schwäbischen Alb

Natur und Brauchtum im hohen Norden

Letzte Station unserer Reise ist die Jugendherberge Wyk auf Föhr. Die nordfriesische Insel liegt inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Eine Wattwanderung mit Naturführer ist ein echtes Muss für den Inselurlaub im Norden. Neben dem Wattenmeer, den Salzwiesen und Dünen gibt es hier ein weiteres Welterbe zu entdecken, denn, was nicht so bekannt ist, die UNESCO zeichnet nicht nur Welterbestätten, sondern auch Bräuche wie das nordfriesische „Biikebrennen“ mit dem Titel Welterbe aus. Jedes Jahr am 21. Februar versammeln sich die Nordfriesen auf den Inseln Amrum, Föhr und Sylt, auf den Halligen und auf dem nordfriesischen Festland zu einem traditionellen Feuerfest, mit dem die Geister des Winters vertrieben werden sollen. Nach dem Feuer geht’s traditionell zum Grünkohlessen. Für alle, die live dabei sein wollen, hat die  Jugendherberge Wyk ein extra Programm geschnürt. Der Feuerplatz liegt direkt in Sichtweite – besser geht es nicht!

FEUER UND FLAMME Der friesische Brauch des „Biikebrennens“ wurde von der UNESCO als immaterielles Welterbe ausgezeichnet. Mit einem großen Feuer am Strand sollen die bösen Geister des Winters vertrieben werden.

 

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