Nachhaltige Klassenfahrten: 7 Tipps, die ihr sofort umsetzen könnt

Der Eibsee in Bayern - nachhaltiges Reisen schützt diese Natur

Eine nachhaltige Lebensweise nimmt immer mehr Relevanz in unserem Alltag ein. Dabei denken wir häufig zunächst an Verzicht: Auf bestimmte Lebensmittel, auf Annehmlichkeiten, auf Produkte. Auf den ersten Blick könnte man denken: Nachhaltigkeit heißt „weniger haben“ oder auch „weniger erleben“. Das muss nicht sein! Wie Klassenfahrten auch nachhaltig gelingen haben wir unsere Nachhaltigkeitsbeauftragte Kati gefragt; hier kommen ihre Tipps:

Tipp #1: Stöbern mit gutem Gewissen: Klimaneutrale Reise-Webseiten

Die Verwendung einer klimaneutralen Website bei der Buchung, trägt zu einer nachhaltigen Reise bei,

Für viele fängt die Klassenfahrt dann an, wenn man Freunden und Klassenkameraden in den Bus steigt und sich auf den Weg macht. Dabei kann man schon viel früher etwas für eine gesunde Umwelt tun: Nämlich beim Anschauen der Urlaubsdestinationen. Wäre das Internet ein Land, dann hätte es den sechstgrößten Stromverbrauch. Der Besuch einer Webseite erzeugt also indirekt auch CO2 und um das auszugleichen, können Anbieter ihre Webseiten durch Kompensationsprojekte klimafreundlich, sogar klimaneutral stellen. Dafür wird der Stromverbrauch der Server sowie der der Webseiten-Besucher durch eine professionelle Agentur bilanziert – das DJH macht das seit vielen Jahren. Den ermittelten CO2-Ausstoß kompensieren wir für jugendherberge.de mit einem Gold-Standard zertifizierten Wiederaufforstungsprojekt in Panama. Das schafft Arbeitsplätze vor Ort und Lebensraum für 15 dort bedrohte Tierarten! Bei den Jugendherbergen kann man also schon vor der Buchung einer Klassenfahrt mit gutem Gewissen stöbern und sich inspirieren lassen und beginnt schon so eine nachhaltige Reiseplanung.

Tipp #2: Es muss nicht immer die mediterrane Küste sein: Klassenfahrten in Deutschland

Wer auf eine weite Reise verzichtet schont die Umwelt. Wie wäre es mit einem Urlaub in Deutschland: Beispielsweise in der Jugendherberge Bacharach.

Es ist manchmal fast schon schade: Man möchte die ganze Welt sehen und kennt eigentlich die eigene Nachbarschaft kaum – dabei ist die Anreise häufig eine der größten CO2-Ursachen. Während natürlich auch Fernreisen wertvolle Erfahrungen bringen, auf die man nicht unbedingt verzichten sollte, bietet Deutschland doch unglaublich viel: Vom Skifahren in den Alpen über das Wandern im Harz bis hin zum Sonnenbaden an der Nordsee. Und das Beste: Jugendherbergen findet man überall in Deutschland!
Es lohnt sich auch ein neuer Ansatz: Wie wäre es denn, wenn man die Klassenfahrt nicht nach dem Ort, sondern nach der Unterkunft aussucht? Übernachten in einer Burg, auf einem Schiff, in einem Baumhaus? Oder wie klingt eine ehemalige Kirche, ein altes Feuerwehrhaus oder ein Turm? Bei den Jugendherbergen gibt es unzählige Möglichkeiten und das manchmal sogar direkt nebenan. So werden Kultur und Geschichte auf einmalige Weise lebendig und bleiben Schülerinnen und Schülern nachhaltig im Gedächtnis.

Inspirationen gibt es hier.

Tipp #3: Der Weg ist das Ziel: Eine nachhaltige Anreise

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schont die Umwelt.

Ganz kann man auf die Anreise natürlich nicht verzichten, aber auch hier gibt es einige Dinge, auf die geachtet werden kann.
Eine Flugreise, wenn auch eher selten bei Klassenfahrten, ist eindeutig der größte „Klimasünder“ unter den Fortbewegungsmitteln. Hier sollte man, wenn möglich, verzichten. Geht das nicht, dann ist eine Kompensation auch für Klassengemeinschaften über diverse Anbieter möglich, zum Beispiel mit dem Testsieger atmosfair.

Noch besser: Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Alle Jugendherbergen sind als Reiseziel in der Suche der Deutschen Bahn auf bahn.de zu finden. Und das Beste daran: Man muss nur passend ein- und aussteigen und kann schon die Hinfahrt genießen. Für Gruppen und Klassen gibt es außerdem vergünstigte Tickets für die Bahnanreise in Jugendherbergen.

Tipp #4: Ich packe meinen Koffer und nehme mit… das Nötigste!

Man spart Energie indem man nur das nötigste mitnimmt.

Ganz egal, für welche Art der Anreise man sich entscheidet: Schwerere Koffer bedeuten immer, dass mehr Energie zum Transport benötigt wird. Es bietet sich also an, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und schon beim Kofferpacken zu überlegen, was man wirklich braucht.
Platzsparend ist es zum Beispiel, wenn keine Bettwäsche benötigt wird. Die Jugendherbergen geben diese vor Ort aus. Auch Bücher kann man gut einsparen: Frei nach dem DJH-Leitsatz „Gemeinschaft erleben“, kommt man vor lauter neuer Gesprächspartner und toller Klassenfahrten-Programme meistens ohnehin nicht dazu. Viel besser eignen sich gemeinsame Spieleabende – die Jugendherbergen verleihen gerne spannende Spiele.
Setzt euch doch vorher in der Klasse gemeinsam damit auseinander, was man eigentlich wirklich braucht – und vielleicht wird es sogar ein Wettbewerb, wer den leichtesten Koffer dabei hat?

Tipp #5: Wasser sparen und schützen

Wasser sparen hilft dabei die Umwelt zu schonen.

Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen und muss unbedingt geschützt werden. Die Jugendherbergen unterstützen dieses Ziel mit zahlreichen Aktionen, aber auch die Gäste können mithelfen. Hier kommen fünf wertvolle Tipps, wie ihr auf eurer Klassenfahrt Wasser sparen und schützen könnt:

1.    Eigene Trinkflasche mitbringen

Wasser ist in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel und kann bedenkenlos aus der Leitung getrunken werden. In vielen Jugendherbergen gibt es außerdem Refill-Stationen. Mit der eigenen Trinkflasche spart man sinnlosen Plastikmüll und das Wasser, welches für die Herstellung der Wasserflaschen verwendet wird.

2.    Wäsche nur dann waschen lassen, wenn es notwendig ist

Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Reinigungsmittel! Bettwäsche und Handtücher können am Ende der Klassenfahrt eingesammelt und in den dafür vorgesehenen Stationen abgegeben werden.

3.    Kurze Duschzeiten

Bei einer fünfminütigen Dusche verbraucht man circa 60 Liter Wasser. Ganz schön viel! Pro gesparter Minute laufen also ganze 12 Liter Wasser weniger durch den Abfluss – ein echter Gewinn für die Umwelt! Die meisten Jugendherbergen nutzen außerdem Wassersparvorrichtungen, um den Verbrauch noch weiter zu senken.

4.    Den Wasserhahn sorgfältig abdrehen

Tropft der Wasserhahn jede Sekunde, so verliert man rund 24 Liter Wasser am Tag. Es lohnt sich also, den Hahn wirklich sorgfältig abzudrehen! Außerdem sollte man das Wasser zum Beispiel beim Zähneputzen nicht laufen lassen.

5.    Verwendung von nachhaltiger Sonnencreme

Auf den ersten Blick hat dieser Punkt wenig mit Wasserschutz zu tun, aber mit ein wenig Background-Wissen ändert sich das schnell: Jährlich landen circa 14.000 Tonnen Sonnencreme in den Gewässern, wovon 6.000 Tonnen hochsensible Ökosysteme wie Korallenriffe erreichen. Viele Sonnencremes nutzen chemische UV-Filter wie Oxybenzon und Octinoxat – Stoffe, welche sich in den Korallen und sogar den Lebewesen ablagern und massive Schäden am Erbgut verursachen können. Mit einer nachhaltigen Sonnencreme tut man also sich selbst und den Gewässern viel Gutes! Weitere Tipps dazu findet man hier

Tipp #6: Respekt

Der Respektvolle Umgang mit Menschen ist ein wichtiger Wert für die Jugendherbergen, daraus resultiert auch ein respektvoller Umgang mit der Natur.

Diskriminierung egal welcher Art hat in den Jugendherbergen keinen Platz. Hier kann jeder Urlaub machen, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht oder Sexualität. Auch das ist ein wesentlicher Punkt des nachhaltigen Reisens: Respekt vor den Mitreisenden, Respekt vor den Menschen vor Ort. Diese Einstellung wird im DJH gelebt und ist essentiell für eine gesunde Gesellschaft, was wiederum die Voraussetzung für einen gesunden Umgang mit der Natur ist – denn wer um sich selbst fürchten muss, der hat oft keine Zeit, sich um die Umwelt Gedanken zu machen.
Diese Einstellung ist seit Jahrzehnten in der Satzung des DJH fest verankert. Überlegt euch gemeinsam als Klasse, was ihr tun könntet, um dem Reiseziel etwas zurück zu geben. Vielleicht eine Müllsammelaktion?

Tipp #7: Vorbild sein: Zeigen, wie es richtig geht

Nur wenn man die Werte teilt, kann nachhaltiges Reisen gelingen.

Die gesammelten Erlebnisse und Erkenntnisse sind immer dann besonders wertvoll, wenn man sie mit anderen teilt. Das gilt besonders im Bereich der Nachhaltigkeit: Mit tollen Aktionen und ein wenig Mühe kann man Klassenkameraden, Freunde und andere Gäste sofort inspirieren, auch selbst Gutes zu tun!
Man kann auch eine Challenge daraus gestalten: Wer sammelt am meisten Müll am Strand? Wer lernt die meisten Wörter im lokalen Dialekt? Wer hat den leichtesten Koffer? Diese Erinnerungen sind dann nicht nur schön, sondern auch nachhaltig beeindruckend und prägen Klassengemeinschaften oft über viele Jahre.

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