Jugendherberge entdecken

Mein Tag als Leiter des Bereichs Bildung

Wie entstehen eigentlich neue Programmideen? Markus Achatz, Leiter für Bildung, Profile, Programme und Qualität, eröffnet uns einen Einblick in die Kreativschmiede des DJH-Landesverbandes Bayern.

Markus Achatz

„Neue Ideen für ein Programm oder das Profil einer Jugendherberge zu entwickeln, ist ein kreativer Prozess“, erzählt Markus Achatz zu Beginn des Gesprächs. Besonders gut lässt sich dies am Beispiel des neuen Konzepts für die frisch renovierte Kultur|Jugendherberge Nürnberg erläutern: Das Haus war mehrere Jahre geschlossen. Das bot uns die Möglichkeit, konzeptionell etwas ganz Neues zu entwickeln.“ Den entscheidenden Impuls, so Markus Achatz, gab Gerhard Koller, Präsident des DJH Bayern. Er hatte in Israel ein spannendes Medienprojekt kennengelernt, in dem sich Jugendliche in Kurzfilmen aktiv mit dem Attentat auf Jitzchak Rabin beschäftigen. Daraus ist die Idee entstanden, sich in Nürnberg in ähnlicher Form mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. „Das war der Start! Wir haben dann gemeinsam mit den Akteuren vor Ort ein Konzept für die pädagogischen Programme entwickelt.“

Zeitgemäße Bildungsarbeit

Im Multimedia-Raum„Der Ansatz ist, Möglichkeiten zum aktiven, selbst organisierten Lernen zu schaffen, die an den Interessen der Schüler anknüpfen. In einem speziell dafür eingerichteten Multimedia-Raum zeigen wir auf sechs Leinwänden Filmmodule, die sich mit dem Reichsparteitag, den Nürnberger Rassegesetzen und den Nürnberger Prozessen auseinandersetzen und zur Diskussion einladen.“ Die Filme wurden, so Markus Achatz, exklusiv für die Jugendherberge produziert. Dabei sind historische Aufnahmen in eine Rahmenhandlung eingebunden, die von Schülern eines Nürnberger Gymnasiums gespielt wird. Die einzelnen Themen können dann in Modulen vertieft werden. Dazu zählen die Spurensuche an Originalschauplätzen, Rechercheaufgaben und selbst produzierte Audiostatements. „Während des Programms werden die Schüler und Lehrer von unserer Pädagogin vor Ort kompetent begleitet und betreut.“

Von Anfang an gut betreut

„Die Lehrer sind für unsere Bildungsarbeit ganz wichtige Partner“, erklärt Markus Achatz weiter. „Um den Lehrern die Planung einer Klassenfahrt zu erleichtern, bieten wir einen umfangreichen Service – angefangen bei unserem Online-Portal www.lehrer-lounge.com mit Tipps zur Planung und Organisation einer Klassenfahrt, Checklisten, Musterbriefen und Infos zu rechtlichen Fragen, bis hin zu eigenen Fortbildungsangeboten. Hier kooperieren wir mit dem Bayerischen Kultusministerium und der Lehrerakademie in Dillingen.“ „Die Angebote werden sehr gut angenommen“, ergänzt Markus Achatz. „Und neue Ideen sind schon in der Entwicklung!“

Markus Achatz ist ausgebildeter Erziehungswissenschaftler. Seit 2004 verantwortet er in der Geschäftsstelle des DJH-Landesverbandes Bayern unter anderem die Bereiche Bildung und Profile.

 

Mein typischer Tagesablauf:

9.00 Uhr – Fortbildung planen

Für den Herbst 2015 ist im Rahmen der Kooperation mit dem Kultusministerium eine Lehrerfortbildung zum Thema „Lebensraum Alpen“ angedacht. Diese muss gut geplant werden. Dazu spricht Markus Achatz mit den Verantwortlichen im Ministerium.

10.00 Uhr – Qualitätsmanagement

Mit den pädagogischen Mitarbeitern am Alpinen Studienplatz und der Umwelt|Jugendherbergen werden die Qualitätsstandards für das Siegel „Umweltbildung Bayern“ gecheckt. „Wenn wir bestehen, erhalten wir das Zertifikat des Bayerischen Umweltministers.“

Kaffee

13.00 Uhr – Mittagspause

„Schon wieder Mittag?!“ Langweilig wird es nie. „Das ist gerade das Schöne an meiner Arbeit. Sie ist unglaublich vielfältig, da man gleichzeitig an verschiedenen Projekten arbeitet – von Natur bis Geschichte, Kultur oder Nachhaltigkeit.“

14.00 Uhr – Potenzialanalyse

„Ähnlich wie in Nürnberg geht es immer wieder darum, die Potenziale einer Jugendherberge mit ihren Besonderheiten und denen des jeweiligen Standorts genau zu analysieren und daraus passgenaue Programme und Angebote zu entwickeln.“

15.00 Uhr – Fachliche Leitung Teamer

Unter der Leitung von Markus Achatz treffen sich die Programm.Koordinatorinnen und Partner der bayerischen Kultur|Jugendherbergen, um sich auszutauschen, die Sommersaison zu analysieren und neue Ideen für das nächste Jahr zu entwickeln.

18.00 Uhr – Lobbyarbeit

Um 18 Uhr schwingt sich Markus Achatz auf sein Rad. Er ist eingeladen zu einem Fachvortrag zum Thema Bildungsarbeit der Jugendherbergen. „Netzwerke und Kooperationen mit anderen Bildungsträgern sind für uns ganz wichtig.“

Fahrrad

Programmtip für die Kultur|Jugendherberge Nürnberg

Nürnberg interaktiv

Hautnah, authentisch, multimedial – so entdecken Schüler Nürnberg, die „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“. Dieses Thema und die turbulente
Geschichte der Frankenmetropole stehen fünf Tage lang auf dem Programm.

Leistungen 4 Ü/VP (Lunchpaket), begleitete Filmvorführung im Multimedia-Raum, begleiteter Rundgang durch die Nürnberger Altstadt, Besuch des Reichsparteitagsgeländes inklusive Führung, betreuter Medien-Workshop (1 Tag)

Teilnehmer: Schüler der 8.–12. Klasse (mind. 22 Personen)
Termine: ganzjährig buchbar
Preis pro Person: 180 € (2 Freiplätze für Schulklassen ab 22 Personen)
Buchung unter: nuernberg.jugendherberge.de

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