Jugendherberge entdecken Neues erproben

Mein Tag als Architekt

Die Jugendherbergen wandeln ihr Gesicht! Einer, der dies mit vorantreibt, ist Radim Rozehnal, Projektleiter in der Bauabteilung des DJH Landesverbandes Bayern in München.

Wir sind zu Gast in Oberammergau, in einer der Jugendherbergen, die Radim Rozehnal als Projektleiter der Bauabteilung des DJH-Landesverbandes Bayern von der Planung bis zur Fertigstellung betreut hat. Schon von außen ist das in den 60er-Jahren erbaute Haus nicht mehr wiederzuerkennen. Helles Holz und leuchtend orange gestrichene Loggien vermitteln eine moderne, warme und freundliche Atmosphäre. Das neu gestaltete Foyer ist offen und hell. Vom Empfang gleitet der Blick in den Loungebereich mit orangen, grünen und blauen Sitzsäcken. An der Holzwand ein Schriftzug: „… da staunst du!“ „Das ist das, was wir bei allen Projekten als Motto immer im Kopf haben“, erklärt Radim Rozehnal. „Wir wollen überraschen, jung, frech und mutig sein. Das ist unsere Philosophie. Oder anders: Wir gestalten coole Hintergründe für Selfies! Das fordert uns immer wieder neu heraus, denn für jedes Haus überlegen wir genau, welche regionalen Besonderheiten es gibt und wie man diese neu übersetzen kann. Hier in Oberammergau sind es Gämsböcke, in Lindau sind es Apfelkisten. Jedes Haus ist neu und anders. Wichtig ist es uns auch, dass wir die Leitungen der Jugendherbergen dabei einbeziehen und mitnehmen, sodass es ihre Idee wird.“

Überraschend anders

Radim Rozehnal ist einer von vier Projektleitern der Bauabteilung des DJH-Landesverbandes Bayern unter der Leitung von Ralf
Oliver Weixler. Der Landesverband Bayern arbeitet bei seinen Projekten – seien es Neubauten oder umfangreiche Umbauten – häufig mit namhaften Architekturbüros zusammen. Radim Rozehnal: „Meine Aufgabe ist, das Planungsteam aus Architekten, Fachplanern und der Leitung der Jugendherberge zu steuern. Häufig erfolgt der Umbau der Jugendherberge ja im laufenden Betrieb. Da sind Terminabsprachen ganz wichtig.“ Ein weiterer Aspekt der Arbeit von Radim Rozehnal ist es, auf die Kosten zu achten, denn die Übernachtung in den Jugendherbergen soll weiterhin günstig sein. „Gute Architektur misst sich nicht daran, wie viel Geld man ausgibt“, ist er überzeugt. „Entscheidend ist die Idee. In Oberammergau haben wir zum Beispiel die vorhandenen stabilen Doppelstockbetten belassen, wir haben ihnen aber neue Farben gegeben. Es gibt jetzt orange, grüne und blaue Zimmer – und hier ist wirklich alles farbig. Das kostet nicht viel, erzeugt aber ein neues Raumgefühl. Wenn dann jemand sagt: ‚Das hab ich nicht erwartet!‘, haben wir was richtig gemacht.“

8 Uhr: Wochenstartgespräch

8 Uhr: Wochenstartgespräch

Der Tag beginnt mit der wöchentlichen Abteilungsbesprechung. Die vier Projektleiter der Bauabteilung unter der Leitung von Ralf Oliver Weixler berichten über den aktuellen Stand ihrer Projekte und die in dieser Woche anstehenden Termine.

9 Uhr: Koordination ist alles

9 Uhr: Koordination ist alles

Zurück im Büro, klingelt schon das Telefon. Die nächsten Termine mit Planungsbüros und Fachplanern werden besprochen, Angebote geprüft und der Stand der aktuellen Projekte dokumentiert. „Langweilig wird es hier nie“, erklärt Radim Rozehnal lachend.

11 Uhr: Regional und cool

11 Uhr: Regional und cool

Regionale Bezüge in der Architektur aufzugreifen, ist ein Markenzeichen der bayerischen Jugendherbergen. „Wichtig ist es mir, immer etwas weiter zu denken und eine überraschende Umsetzung zu  finden. Das braucht Zeit und Freiraum.“

12 Uhr: Snack im Park

12 Uhr: Snack im Park

Zeit für eine Pause! „Unsere Geschäftsstelle hat einen tollen Standort“, erzählt Radim Rozehnal. „Bis zum Chinesischen Turm im Englischen Garten ist es nur ein Katzensprung. Gerade jetzt im Frühling und im Sommer genießen wir das sehr.

13 Uhr: Planungsmeeting

13 Uhr: Planungsmeeting

Nach der Mittagspause trifft sich Radim Rozehnal mit den Architekten und Fachplanern um Ideen, Entwürfe und die Terminplanung für das neue Projekt zu besprechen. „In der Anfangsphase machen wir das hier in München, später dann vor Ort.“

17 Uhr: Familienzeit

17 Uhr: Familienzeit

Schnell auf das Rad und los. Noch vor zwei Jahren wären Radim Rozehnal und seine Frau jetzt vielleicht klettern gegangen. Jetzt führt der erste Weg zur Kinderkrippe, wo Radim Rozehnal seinen zehn Monate alten Sohn Jakob abholt.


Radim Rozehnal hat in der Tschechischen Republik Architektur studiert. Nach einem Auslandsjahr in Madrid lebt und arbeitet er seit neun Jahren in Deutschland.

Seit 100 Jahren vertreten die Jugendherbergen Werte, die das Leben bereichern. Für alle, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Gemeinschaft erleben wollen und aufeinander zugehen. Mutig. Auch mal übermütig.

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