Jugendherberge entdecken

Jugendherbergseltern 2.0

Sebastian und Tina Hoppe gehören zu den jüngsten Herbergsleitern in Deutschland. Wir haben sie im hessischen Wiesbaden besucht.

Es ist eine Geschichte, wie sie wohl nur das Leben schreiben kann. Ein Mann, eine Frau, eine Jugendherberge und seit Januar 2015 die kleine Nora – eine echte Familiengeschichte! Aber von Anfang an: Sebastian Hoppe, heute 32, wuchs bereits mit den Jugendherbergen auf. Seine Eltern waren ebenfalls Herbergseltern. Nach einer kaufmännischen Ausbildung führte auch sein beruflicher Weg ins DJH: erst als Zivi in Ilmenau, dann als Assistent in Erfurt. „Dort haben Tina und ich uns kennengelernt. Sie machte beim DJH-Landesverband Thüringen gerade eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit.“ Die 29-Jährige erzählt weiter: „Nach der Ausbildung habe ich ein duales Studium der Tourismuswirtschaft in Breitenbrunn angeschlossen und parallel in Erfurt gearbeitet. Da Sebastian ja bereits die Assistentenstelle in Erfurt hatte, bin ich nach dem Studienabschluss als Assistentin in die Jugendherberge Rotenburg an der Fulda gegangen. Da wir aber gerne wieder gemeinsam arbeiten wollten, haben wir uns dann auf die Leitung in Wiesbaden beworben. Und es hat geklappt!“

STARKES DUO - Eine Jugendherberge zu leiten, braucht Mut und Ausdauer. Das bringen Tina und Sebastian Hoppe mit.

Neues Zuhause in Wiesbaden

„Unser erster offizieller Arbeitstag in Wiesbaden, der 1. August 2014, war gleichzeitig unser Hochzeitstag“, erzählt Sebastian Hoppe. „Schon ein bisschen verrückt, wenn man das so erzählt.“ Im Januar 2015 wurde die kleine Nora geboren. Nach sieben Monaten Elternzeit ist Tina Hoppe zunächst in Teil-, dann in Vollzeit wieder eingestiegen. „Das klappte auch so prima, weil wir direkt hier im Haus wohnen und wir so sehr flexibel sind.“ Sebastian und Tina Hoppe haben sich die Leitungsaufgaben untereinander genau aufgeteilt. „Während Sebastian sich um das Gästemanagement, die Programme, die Buchhaltung und den gesamten Bereich der Haustechnik kümmert, übernehme ich die Personalführung, die Küche und das Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement“, so Tina Hoppe. Die Jugendherberge Wiesbaden ist eines von sechs Nachhaltigkeits-Pilothäusern in Hessen. „Wir arbeiten viel mit To-do-Listen und sind permanent in Kontakt untereinander. Wir haben wirklich ein tolles Team. Es fühlt sich an wie eine große Familie. Und Nora ist mittendrin.“

FRÜH ÜBT SICH - Ob die kleine Nora später einmal in Papas Fußstapfen tritt? Mit dem Teewagen wird schon einmal kräftig geübt.


5.30 Uhr: Frühaufsteher

Frühaufsteher

5.30 Uhr: Der Wecker klingelt früh bei den Hoppes, denn Sebastians Arbeitstag in der Jugendherberge beginnt schon um 6 Uhr. Für Nora kein Problem, sie ist putzmunter und quietschfidel. Tina Hoppe genießt die Zeit mit einem ersten Kaffee.

7.30 Uhr: Tagesmama

Tagesmama

7.30 Uhr: Bevor auch Tina Hoppe um
8 Uhr ins Büro kommt, bringt sie Nora zur Tagesmutter. „Das klappt inzwischen richtig gut. Bis dahin spielen wir ein bisschen oder Nora hilft mir beim Wäschewaschen.“

10 Uhr: Es zischt!

Es zischt!

10 Uhr: Heute hat Sebastian Hoppe einen Termin mit einem Energieberater. Gemeinsam wollen sie schauen, wie in der Jugendherberge durch moderne Heizungs- und Steuerungstechnik Energie eingespart werden kann.

14 Uhr: Shopping

Shopping

14 Uhr: Nach der Mittagspause trifft sich Tina Hoppe mit dem Küchenteam. Neben dem Dienstplan steht das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Tagesordnung: „Was kaufen wir ein? Welche regionalen Lieferanten können wir einbinden?“

15.30 Uhr: Papa-Time

Papa-Time

15.30 Uhr: „Nora, dein Papa ist da!“ Nach der Arbeit in der Jugendherberge holt Sebastian Hoppe Nora von der Tagesmutter ab. „Während Tina noch im Büro arbeitet, spielen wir. Daneben versuche ich noch was im Haushalt zu erledigen.“

19 Uhr: Schlaf gut!

Schlaf

19 Uhr: Gegen halb sechs kommt auch Tina Hoppe in die Wohnung rüber. Dann hat Nora ihre jungen Eltern ganz für sich, bevor ihr müde die Äuglein zufallen. Das Licht im Kinderzimmer geht aus.


Mehr Infos zur Jugendherberge Wiesbaden unter: wiesbaden.jugendherberge.de

4 Kommentare zu “Jugendherbergseltern 2.0

  1. Tolle Geschichte! Klasse! Man sieht halt: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! 🙂 Von guten (Herbergs-) Eltern halt! Viel Erfolg weiterhin und alles Gute für die kleine Nora!

  2. Marion Oswald

    Ich habe mit 21 Jahren mit meinem Mann, auch 21 Jahre 1977 die Leitung der Jugendherberge in Haren übernommen. Ich glaube, wir waren die jüngsten Herbergseltern damals. Es wurde sogar vor der Einstellung von uns verlangt zu heiraten.
    Mittlerweile sind wir 40 Jahre verheiratet und leiten seit 15 Jahren wieder eine Jugendherberge.

  3. Wolfgang Mößinger

    Als einer der „altgedienten“ Kollegen im hessischen Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes schätze ich Tina und Sebastian Hoppe als einen ganz wertvollen und vielversprechenden Zugewinn für unser Vereinsgeschehen. An einem Ort (die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden), an dem ich die dortige Jugendherberge selbst 9 Jahre lang geleitet habe – zusammen mit der damaligen Herbergsmutter, die mir dann auf dem späteren beruflichen Lebensweg irgendwann „abhanden“ kam, weiß ich um die schönen Besonderheiten, aber auch um die besonderen Herausforderungen dieses Jugendherbergs-Standortes. Die Hoppes meistern ihre dortigen Aufgaben mit bravour. Sie waren in allerkürzester Zeit in den aktiven Kollegenkreis integriert und bereichern diesen. Bei einem kürzlichen Besuch in der Jugendherberge Wiesbaden aus Anlass einer Verbandssitzung habe ich dann auch mit Freuden feststellen dürfen, dass trotz der vielen Arbeit und der manchmal als „Knochenjob“ zu bezeichnenden Tätigkeit als Hausleitung einer JH bei den Hoppes das Privatleben eine sehr bedeutsame Rolle spielt. Nora bekommt ein Geschwisterchen – und darüber freuen sich nicht nur die Eltern, sondern alle in unserem DJH-Landesverband. Ich bin sehr glücklich über die Personalentscheidung dieser Einstellung, an der ich als Kollege mitwirken durfte. Das war/ist ein echter Glücksfall.

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