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Interview mit Peter Maffay – „Kinder brauchen Schutzräume“

Peter Maffay ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Rock- und Popmusiker, Bekannt wurde er zudem als Miterfinder der Märchenfigur Tabaluga. Maffay ist auch Schirmherr der Tabaluga-Kinderstiftung.

 

Herr Maffay, Sie engagieren sich seit vielen Jahren für traumatisierte Kinder und ermöglichen ihnen einen unbeschwerten Aufenthalt, und bieten einen Schutzraum wie in der ehemaligen Jugendherberge Jägersbrunn. Was waren und sind Ihre Motive?

IMG_5157AMaffay: Gerade traumatisierte Kinder brauchen besondere Schutzräume. Die Vernetzung von all diesen Schutzräumen – eine hohe Dichte von Schutzräumen im Leben von Kindern bedeutet, dass sie nur kurz Gefahr laufen, Kollisionen und Defizite zu erleben, nämlich dann, wenn sie einen Schutzraum verlassen, um zum nächsten zu gehen.

Warum sind diese Aufenthalte für die Kinder so wichtig?

Maffay: Man darf nicht vergessen, sehr viele Kinder sind noch nie weit gereist, sind noch nie geflogen, haben noch nie im Mittelmeer gebadet, haben noch nie Tiere angefasst, die bei uns leben. Oder sie haben noch nie eine Karotte aus dem Boden gezogen und anschließend gleich essen können. Sie kennen nicht den Geruch von frischem Brot und sie wissen nicht, dass die Ziegen und die Schafe Milch geben und dass diese Milch nicht aus Tüten kommt.

Sie engagieren sich auch für die Begegnung zwischen deutschen, israelischen und palästinensischen Jugendlichen und planen ein solches Projekt auch in der Jugendherberge Nürnberg. Was sind Ihre Motive dafür?

Maffay: Kinder und Jugendliche sind die Botschafter einer Geisteshaltung. Sie sind Botschafter einer Energie, die noch viel stärker ausgebaut werden kann und weiter geht, als wir glauben. Wenn Kinder und Jugendliche einander unbefangen begegnen, miteinander spielen, reden, gemeinsame Erlebnisse haben und sich austauschen, dann entsteht ein Miteinander, das Vorurteile abbauen hilft oder erst gar nicht entstehen lässt. Jugendherbergen hatten dieses Ziel der Begegnung und des Miteinander seit ihren Anfängen.

Herr Maffay, Sie arbeiten mit Ihrer Stiftung gemeinsam mit der Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk daran, dass Kinder nicht aus sozialen und finanziellen Gründen von ihrer Klassenfahrt und der Klassengemeinschaft ausgeschlossen bleiben und werben damit auch um Spenden für diesen Zweck.

Maffay: Ausgeschlossen sein ist für Kinder besonders hart. Sie brauchen die Gemeinschaft ihrer Gruppe, ihrer Klasse, das Gemeinschaftserlebnis, das Entdecken von Neuem. Deshalb dürfen finanzielle Probleme in einer Familie kein Grund sein, dass Kinder nicht mit ihrer Klasse auf Fahrt gehen. Hierfür engagieren wir uns – hierfür bitten wir um Spenden.

Spenden für diesen Zweck an:
Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk
Kennwort: Peter Maffay Stiftung
Sparkasse Paderborn-Detmold
IBAN: DE44 4765 0130 0000 0053 63
BIC: WELADE3LXXX

Seit 100 Jahren vertreten die Jugendherbergen Werte, die das Leben bereichern. Für alle, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Gemeinschaft erleben wollen und aufeinander zugehen. Mutig. Auch mal übermütig.

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