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Ehrenamtliche „Greeter“ zeigen Touristen ihre Stadt

Touristen sehen meistens nur den Hafen, die Einkaufsmeile Mönckebergstraße und den „Michel“. Wie aber leben die Menschen? Was lohnt einen Abstecher? Hier helfen die „Greeter“ („Begrüßer“) weiter. Mit den Gästen unternehmen sie einen Rundgang durch ihr Viertel. Der Service ist sogar kostenlos.

Auch Hanne Kottmann gehört zu den insgesamt 80 Hamburger Freiwilligen. Sie stammt aus Schwaben und ist von der Hansestadt als ihrer Wahlheimat ganz angetan. Während des Spaziergangs sucht sie das persönliche Gespräch mit den Besuchern und möchte ihnen etwas von ihrer eigenen Begeisterung vermitteln. Am liebsten erkundet sie die Stadt unter dem Aspekt Genuss: So schlendert sie über den Isemarkt, berichtet vom Hamburger Traditionsgebäck Franzbrötchen und probiert mit den Gästen an ihrem Lieblingsstand frische Thai-Suppe.

 

Greeter – Komm als Gast und geh als Freund

Die Idee der Greeter entstand bereits 1992 in New York, wo die Amerikanerin Lynn Brooks Touristen den Big Apple aus ihrer Sicht als New Yorkerin nahe bringen wollte und damit den Grundstein für die Big Apple Greeter legte. In Deutschland gibt es diese alternativen Stadtführungen seit 2008. Die Einheimischen begleiten Gruppen von maximal sechs Personen. Greeter bieten ihren Service in Berlin, Kassel, Mannheim, München, in der Rhein-Ahr-Region und in Stuttgart an. Im Hamburg lautet das Motto „Komm als Gast und geh als Freund!“

In der Speicherstadt begeben sich die Greeter und ihre Gäste „auf die Spuren von Quartiersleuten und Pfefferkörnern“. Die weit verzweigten Backsteinhäuser bilden den größten, auf Eichenpfählen gegründeten Lagerhauskomplex der Welt. Das Herz von St. Pauli ist natürlich die Reeperbahn, Hamburgs sündige Meile. Fast jeder Tourist besucht sie während seines Aufenthalts in der Hansestadt. Doch der Kiez hat viel mehr zu bieten. Nur wenige wissen, was es in den zahllosen kleinen Seitenstraßen und Hinterhöfen zu entdecken gibt.

Blankenese, einst ein Fischerdorf und 1301 erstmals urkundlich erwähnt, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und privilegierter Stadtteil mit Villen, Kapitäns- und Herrenhäusern, umgeben von gepflegten und verwunschenen Gärten. 58 Treppen und 4.864 Stufen warten auf tapfere Besucher.

 

Keine klassische Stadtführung

Anders als bei klassischen Stadtführungen geht es bei den Greets nicht darum, den Gästen jede Jahreszahl zu jedem Gebäude nennen zu können. Auch wollen die Greeter den traditionellen Stadtführern keine Konkurrenz machen. Im Vordergrund stehen vielmehr der persönliche Austausch und das Miteinander.

„Ich freue mich, die Stadt in einer Gruppe zu entdecken, und finde es toll, immer neue Menschen kennenzulernen“, meint Hanne Kottmann. Und am Rande erfahren die Besucher von der zugereisten Schwäbin auch, wie die Einheimischen sprechen: „So snackt Hamburg“. Jetzt bleibt nur noch zu sagen: „Denn man too!“ (Dann mal los!“).

In sämtlichen Städten mit Greetern bieten sich moderne Jugendherbergen als günstige Übernachtungsmöglichkeit an. In Hamburg zum Beispiel befindet sich die Jugendherberge „Auf dem Stintfang“ unmittelbar am Hafen, oberhalb der Landungsbrücken. Von hier aus haben die Gäste einen einmaligen Blick auf die ein- und auslaufenden Containerschiffe, kleinen Bugsierschlepper und die Fahrgastschiffe.

Die zweite Jugendherberge befindet sich an der Horner Rennbahn und wurde kürzlich umfassend modernisiert. Eine Besonderheit ist die Dachterrasse.

 

Infos:

www.hamburg-greeter.de

www.jugendherberge.de

1 Kommentar zu “Ehrenamtliche „Greeter“ zeigen Touristen ihre Stadt

  1. Hallo,

    die Übersicht aller deutschen Greeter-Gruppen findet Ihr hier: http://www.deutschland-greeter.de

    (Stuttgart und Bremen) sind in Kürze auch dabei.

    Klaus Bostelmann

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