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We are Family: Familientreffen XXL

Wie eine Großfamilie in der Jugendherberge Niebüll zueinander fand: Wer hätte gedacht, dass es einer Herbergsmutter aus der nordfriesischen Jugendherberge Niebüll gelingt, eine ganze Großfamilie aus Kanada, Hessen und Norddeutschland mit fast 90 Angehörigen wieder zu vereinen. Sogar aus Alberta und Montreal strömten Nachfahren der Holtfelder Familie Roes in die Jugendherberge Niebüll um dort ihr Wiedersehen zu feiern. Keinem war der Weg zu weit.

 

Familientreffen XXL

Dieses Wochenende war auch ein ganz besonderes Highlight für die Herbergsmutter, Sabrina Kosinska, die mit Ihrem Team das außergewöhnliche Familientreffen samt Ausflügen und Büffet organisierte. „Ich finde es immer wieder toll, wenn wir als Jugendherbergen zur Begegnungsstätte werden können“, berichtet sie enthusiastisch. „Wenn sich Familienmitglieder nach langer Zeit endlich wieder in die Arme schließen können, wird mir ganz warm ums Herz“.

 

Familiengeschichte(n)

Historischer Rückblick der Familie RoesInitiator des ungewöhnlichen Familientreffens ist Peter Roes aus Montreal. In seiner Begrüßungsrede berichtete er über die Geschichte seiner Familie:  Alle Verwandten haben zwei gemeinsame Vorfahren, Peter Christian Roes und seine Frau Anna Magdalena.  Das Ehepaar bewirtschaftete eine Bauernstelle zuerst in Lütjenhornfeld, dann in Holtfeld. Von 1904 bis 1917 wurden ihre Kinder Fritz, Carsten, Christian, Miete, Anne, Andreas, Carl und Peter geboren. Fritz musste schon sehr früh den Hof übernehmen, da Vater Peter Christian 1925 nach einem Unfall gestorben war. Drei Söhne wanderten nach Kanada aus: Christian und Andreas vor 1930, Carl mit seiner Familie 1950. Miete heiratete Theodor Hansen in Osterschnatebüll, Anne Sophus Voltelen, einigen noch bekannt als Busfahrer der Linie Flensburg-Ladelund. Carsten blieb als Mitarbeiter auf dem Hof seines Bruders Fritz, Junior Peter ging als Gärtner nach Bad Oldesloe. 

Durch den 2. Weltkrieg wurde die Familie auseinander gerissen; für Christian vergingen fast 50 Jahre, bevor er wieder deutschen Boden betrat. Seine Mutter war lange gestorben. Bruder Andreas verunglückte tödlich in Kanada, nur wenige Monate vor seiner schon angekündigten Rückreise.
An den jüngsten Bruder Peter schrieb Christian im Sommer 1939 einen Brief: „Peter, komm rüber; ich glaube, es gibt bald Krieg!“ Das Schreiben kam Anfang 1946 an. Auch Jahre nach Carls Auswanderung behielt Kanada seine Anziehungskraft; 1983 emigrierte noch ein Enkel von Anna Magdalena und Peter Christian zusammen mit seiner Frau nach Montreal.

 

Weitere Familientreffen werden geplant

Beim organisierten Grillabend in der Jugendherberge Niebüll wurde noch lange zusammengesessen, über die Vergangenheit sinniert und Pläne für weitere Treffen der Familie geschmiedet. „Dass solch eine große Zahl von Personen überhaupt zusammen kommen kann, verdanken wir in erster Linie der Jugendherberge Niebüll mit ihrer Leiterin Sabrina Kosinska“, sagt Peter Roes aus Montreal. „Sie hat einen Großteil der Zimmer für uns reserviert, obwohl wir unsere Teilnehmerzahl noch gar nicht absehen konnten, einen großen Raum für unsere Gruppe gestellt, uns unsere Ausflüge leicht gemacht und gebucht. Und das alles zu einem erschwinglichen Preis. Wo sonst wäre das möglich gewesen? Wir sind ihr und ihrem Team sehr dankbar.“

 

Mehr Informationen zur Jugendherberge:
niebuell.jugendherberge.de

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