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Eine ganz besondere Kissenschlacht

Jugendherbergen im Nordwesten spenden Kissen an Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk.

Gastbeitrag von: Biggi Hägemann, Produkt und Programmentwicklerin der Jugendherbergen im Nordwesten

In 15 Jugendherbergen im Nordwesten stand im letzten Winter Kisten- (bzw. Kissen-)Packen auf dem Programm. Packen wir es an/ein, hieß es nach der Herbergsleitungstagung, die Geburtsstunde der Idee dieser besonderen Hilfsaktion.

Die Kissen in den Jugendherbergen wurden auf ein einheitliches Maß gebracht. Damit verbunden war eine große Neubestellung und die Frage: Wohin mit den neuwertigen alten Kissen? Der Vorschlag, sie an den Verein „Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk“ zu spenden, den es bereits seit der Reaktorkatastrophe 1986 gibt, und mit dem ich in den vergangenen Jahren einige Hilfsaktionen gemeinsam gemacht habe, wurde angenommen.

Der Verein unterstützt Waisen- und Krankenhäuser, kirchliche Einrichtungen sowie bedürftige Familien in den heute noch von der Katastrophe nachhaltig betroffenen Gebieten. Das Gebiet von Brjansk gehört zu den am stärksten radioaktiv kontaminieren Gegenden in Russland. Eine Form der Hilfe ist Sammlung lebenswichtiger Hilfsgüter: Kleidung, Schuhe, Lebensmittel, medizinische Geräte, Decken – und nun auch Kissen.

 

1600 Kissen machten sich auf die Reise.

 

 

Erste Station war Dessau, der Vereinssitz. Die Lieferung wurde von Ljuba Schmidt und ihren Helfern freudig zur Einlagerung und späteren Weiterverschickung in Empfang genommen.

Dr. Ljuba Schmidt wurde bereits vor einigen Jahren für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und bekam im Juni dieses Jahres den Orden der Freundschaft in Berlin verliehen.

Mein Kontakt zu Ljuba Schmidt entstand vor 17 Jahren. Damals bin ich mit 150 Kindern verschiedener Nationen jeweils im Sommer drei Wochen nach Dänemark gefahren. Aus einem Freundeskreis war die Idee zu der Aktion: „Kindern Ferien schenken“ entstanden. Aus heutiger Sicht war unsere Herangehensweise eher blauäugig naiv und idealistisch, aber sie war erfolgreich! Und die Erfahrungen, die wir machten unbezahlbar!!!! Wer wen dabei eigentlich beschenkt hat, ist unentschieden – nicht zuletzt durch die Waisenkinder aus Brjansk. Ohne Schuhe und Gepäck stiegen sie immer in Dessau in unsere Busse ein und nach drei Wochen Dänemark hüpften sie gestärkt mit neuer Lebensfreude wieder aus ihnen heraus. Sprechen konnten wir nie miteinander, aber spätestens in der zweiten Woche hatten wir immer zwei dieser liebenswerten und -bedürftigen Kinder an der Hand oder gerne auch im Arm.

Eines dieser Kinder ist Andrej. Von ihm habe ich noch Jahre später Bilder übermittelt bekommen, wenn der Spendentransfer sein Waisenhaus besucht hat. Andrej war auf dem Bauernhof in Dessau, der heute Erholungsdomizil für die Waisenkinder aus Brjansk ist, als der Kissentransfer auf dem Hof einlief. Und er war als erstes zur Stelle, um beim Abladen der willkommenen Spende zu helfen. Andrej lässt allen Beteiligten an dieser Hilfsaktion ein großes Dankeschön ausrichten.

Dieses Dankschön gilt allen Jugendherbergen, die ihre Kissen fleißig verpackt und gespendet haben, unserer Einkaufskooperation eko und den Wäschereien Stich und Pahl, die den Transport gemeinsam ermöglicht haben, sowie Ljuba Schmidt und ihren Helfern, die für die Überbringung der Kissen in die Waisenhäusern gesorgt haben und damit den Kindern, die es so nötig und verdient haben, wieder eine Freude machen konnten.

 

Weitere Info:

http://www.waisenkinder-brjansk.de/

Spenden an:

Spendenkonto bei Volksbank Dessau – Anhalt e. G.
Konto-Nr. 114 13 09
BLZ 800 935 74

 

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