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Wie steht es um die Digitalisierung in der Schule, Niko The C?

Gedanken zu Digitalisierung in der Schule

Gedanken aus dem Lehrerzimmer

Als einer der ersten platzierte Niko Kappe auf TikTok erfolgreich Videos zu politisch-gesellschaftlichen Themen. Sein Fokus: News, der Schulalltag und Gäste wie die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey.

„Wir müssen endlich aufhören, von Digitalisierung zu sprechen. Nicht weil digitale Lehrmittel unwichtig sind, sondern weil dieser Begriff unserer aktuellen Situation nicht mehr gerecht wird. Leben wir doch längst in einer „durchdigitalisierten“ Welt, die unser Miteinander und unsere Kultur tiefgreifend verändert. Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler, wie der Schweizer Professor Felix Stalder, sprechen längst von einem Leben in „Digitalität“. 

Wie aber können Lernende auf die komplexen Phänomene, Ereignisse und medialen Konstellationen unserer Zeit vorbereitet werden? Spoiler: iPads, digitale Whiteboards und Internet-Lernplattformen reichen dafür allein nicht aus. Mehr noch: Nur weil die Tafel elektronisch ist und ein Klassensatz nagelneuer iPads bereitsteht, ist Unterricht noch lange nicht digital! Wird das Smartboard ausschließlich zum Schreiben verwendet und die Tablets zum Lesen – so wie zuvor Schiefertafel und Lehrbuch –, geht ihr Digitalpotenzial verloren. Smartphones und Tablets sollten also weniger als „Akku-Entladegeräte“ (Dr. Julia Kleeberger*), sondern vielmehr als „Kulturaneignungsgeräte“ (Lisa Rosa**) verstanden werden.

Digitalität findet nicht notwendig am Computer statt, sondern wird ganzheitlich gedacht.

Niko Kappe

Im Unterricht darf auf technische Geräte nicht mehr verzichtet werden, die Auseinandersetzung mit Digitalität darf sich allerdings auch nicht nur darauf beschränken. So bieten Bücher und Papier Erfahrungen und Wertigkeiten, die wir bei technischen Geräten nicht finden, und behalten gerade deshalb immer noch ihre Daseinsberechtigung im Kontext von Bildung, denn Digitalität findet nicht notwendig am Computer statt, sondern wird ganzheitlich gedacht. Neues und altes Material steht sich hier gleichwertig gegenüber, die Grenzen zwischen „digital“ und „analog“ verschwimmen.

Konkretes Beispiel: Sie lesen diesen Text vielleicht gerade in einer gedruckten Zeitschrift. Man könnte meinen, diese sei ein analoges Medium, aber ist sie das wirklich? Immerhin wurde dieser Text auf dem Laptop verfasst und die Druckmaschinen sowie alle logistischen Prozesse steuert der Algorithmus. Was sollte nun auf Grundlage dieser Erkenntnisse in der Schule vermittelt werden? Sicher Medienkompetenz, sicher auch der Umgang mit digitalen Geräten, aber eben auch der Umgang mit Dingen, die wir für analog oder alt halten. Wenn es zum Beispiel darum geht, Fake News im Internet zu erkennen, kann der Umgang mit (historischen) Quellen im Geschichtsunterricht eine stabile Basis darstellen. Gleichzeitig können auch Lernvideos oder gar VR-Brillen klassischen Unterricht stark bereichern. 

Was es dafür braucht, ist zum einen die Bereitschaft zur Veränderung. Die Welt, unsere Kultur und unsere Art zu arbeiten haben sich rasant verändert – Schule ist hier häufig noch nicht angekommen. Zum anderen braucht es technische Ausstattung, auch hier besteht Nachholbedarf. Im Kontext Schule scheint der Begriff Digitalisierung dann doch wieder angebracht, denn der Prozess ist lange noch nicht abgeschlossen.“

* Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Junge Tüftler; 
** pensionierte Lehrerin, ehemals tätig in der Unterrichtsentwicklung im Referat Gesellschaft des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

Zur Digitalisierung in der Schule hat sich für uns Gedanken gemacht:

Niko Kappe aka @NikoTheC, Lehrer, Journalist und TikTok-Creator – mit seinen Videos erreicht Niko Kappe mehr als eine Million TikTok- und Instagram-Fans.

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