Deutschland erobern im Grünen in der City

Sehenswürdigkeiten Ruhrgebiet: Vier Pott-Blogger geben Insidertipps

Ruhr Tourismus, Fotograf: Jochen Tack

Zwischen Zeche und Zollverein, zwischen Halde und Herten, zwischen Kioskbier und Krefeld – da schlagen die Herzen der Einheimischen besonders laut. Das Ruhrgebiet hat einen Charme, dem man sich – ist man ihm einmal verfallen – so schnell scheinbar nicht mehr entziehen kann. Stolz und selbstbewusst berichten Pott´ler über ihre Heimat – auch auf Blogs im Netz. Wir haben vier von ihnen gefragt, ob sie uns ihre Lieblingsplätze im Ruhrgebiet verraten. Herausgekommen ist ein abwechslungsreicher Ruhrgebiet-Guide, der Euch zu den schönsten und spannendsten Orten in der industriell geprägten Region führt.

Und wenn Ihr am Ende des Beitrags schon den Geschmack von Currywurst auf der Zunge und typische Umgangssprache aus dem Pott („Komm, lass uns nach´m Garten gehn“) im Ohr habt, dann schaut doch auch noch auf den Blogs von Danny, Anja, Julius und Thomas vorbei. Dort gibt es noch sehr viel mehr aus dem Ruhrgebiet.

Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet

Danny Giessner // Wahlheimat Ruhr

Der Name seines Blogs verrät es: Danny hat es erst im Laufe seines Lebens ins Ruhrgebiet verschlagen. Seine Wahlheimat ist ihm inzwischen so sehr ans Herz gewachsen, dass er seine Begeisterung in regelmäßigen Blogbeiträgen teilt. Da er eine Familie hat, sind seiner Tipps oft für Groß und Klein gleichermaßen geeignet. Danny ist übrigens auch jugendherbergserfahren: 2013 besuchte er mit seiner Familie das damals frisch eröffnete DJH Resort in Neuharlingersiel. Seinen Bericht dazu könnt ihr hier finden.

Halden, Halden, Halden!

„Uns Ruhrgebietler zieht es in der freien Zeit auf künstliche Berge. Viele der ehemaligen Bergehalden aus dem Abraum des jahrzehntelangen Bergbaus sind mittlerweile begrünt, begehbar und haben eine Landmarke auf ihrem Gipfel, einen weithin sichtbaren Markierungspunkt. Da sind dann so tolle Sachen dabei wie begehbare Achterbahnen („Tiger & Turtle“) oder ein riesiger Tetraeder, eine überdimensionale Bergmannslaterne („das Geleucht“), Stahl- und Steinskulpturen (die „Bramme“ oder die „Himmelstreppe“) oder ein Horizontobservatorium. Viele der Landmarken leuchten nachts sogar! Und gerade wenn man nicht damit rechnet, schaut auch mal ein Drache um die Ecke…“
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Landschaftspark Duisburg Nord

„Das Gelände um ein ehemaliges Hüttenwerk wurde aufwendig hergerichtet und ist für Besucher rund um die Uhr geöffnet. Hier gibt es Open-Air-Kino, Ausstellungen, erklimmbare Hochöfen. Die Natur hat sich weite Teile zurückerobert, alte Erz-Bunker werden nun von Bergsteigern für alpines Training genutzt. Beeindruckend ist der Landschaftspark gerade auch bei Nacht, wenn die alten Bauten in zahlreichen Farben beleuchtet werden. Der Landschaftspark ist ein beliebtes Fotomotiv und einer der zentralen Spielorte der alljährlichen ExtraSchicht – die Nacht, in der das ganze Ruhrgebiet unterwegs ist und zahlreiche Aufführungen, geöffnete Museen und Locations gleichzeitig hunderttausende Besucher anlocken.“
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Gasometer in Oberhausen

„Der Gasometer Oberhausen ist mit 117 Metern Europas höchste Ausstellungshalle und ein echtes Stück Industriekultur. Früher wurde hier Gas gespeichert, jetzt finden innen beeindruckende Ausstellungen statt. Christo ist fast schon regelmäßig mit seinen Kunstinstallationen zu Gast, und auch Erde, Weltall oder Naturspektakel finden sich mitunter in gigantischen Baumskulpturen, Planeten und Himmelskörpern im riesigen Inneren wider.“
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Altstadt Hattingen

„Eine beschauliche Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern lädt mitten im Ruhrgebiet zum Bummeln ein. Zur Weihnachtszeit öffnet hier täglich Frau Holle eines der Fenster im Alten Rathaus. Ein Liedchen oder Gedicht wird von der guten Frau angestimmt und danach schüttelt sie ihre Betten aus – es regnet Bonbons und Süßigkeiten auf die mit großen Augen davorstehenden Kinder herab.“
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Camera Obscura / Mülheim an der Ruhr.

„Die größte begehbare Camera Obscura weltweit ist in einem ehemaligen Wasserturm in Mülheim an der Ruhr beheimatet. Bei gutem Wetter hat man einen tollen Blick auf die Umgebung, die im Inneren durch geschickte Spiegelei auf eine Projektionsfläche gelenkt wird. Dazu gibt’s eine Ausstellung zur Vorgeschichte des Films, wechselnde Ausstellungen und ein kleines Café. Wer mag, kann hier übrigens auch heiraten!“
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Radschnellweg / Mülheim an der Ruhr

„Auf etlichen Kilometern Länge ist zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr der erste Radschnellweg einen Abstecher wert. Eine 4 Meter breite Asphaltstrecke führt Radfahrer in Windeseile von Stadt zu Stadt, an der Strecke selbst gibt es Einkehr- und Rastmöglichkeiten. Fahrräder kann man im Ruhrgebiet übrigens vielerorts mieten.“
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Anja Schmid // pott and beyond

„Schön is datt nich“ sagen die Menschen im Ruhrgebiet zwar oft, mögen ihre Heimat aber deshalb nicht weniger. Anja ist dafür der beste Beweis: Auf ihrem Blog „pott and beyond“ deckt sie die geheimen Kultur-Hotspots und grünen Oasen des Ruhrgebiets auf. Die Ur-Duisburgerin hat schon einige Ausflüge und Reisen hinter sich und verrät uns heute ihre Lieblingsorte in ihrer Heimat.

Entspannung im Grünen: Rheinpark Duisburg

„Einer meiner Lieblingsorte in Duisburg, auch weil es selten überlaufen ist. Hier findet man alles: Schatten unter Bäumen, weite Wiesen, einen tollen Skaterpark (sehr Instagram-tauglich!) und einen kleinen Strand mit Blick über den Rhein.“
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Anjas Erfahrung

Spazierengehen auf der Achterbahn: Landmarke „Tiger & Turtle“ Duisburg

„Ich bin ein Fan der Halden im Ruhrgebiet. Die wohl schönste Haldenskulptur, eine begehbare Achterbahn namens „Tiger & Turtle“, steht in Duisburg. Sie begeistert nicht nur (Hobby-)Fotografen. Unbedingt herkommen!“
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Anjas Erfahrung

Kultur am Kanal: Kaisergarten Oberhausen

„Es ist sicher eines der beliebtesten Ausflugsziele im westlichen Ruhrgebiet, vor allem für Familien: der Kaisergarten in Oberhausen. Mit unentgeltlichem Streichelzoo, einer fotogenen Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, schönen Radwegen und der Ludwiggalerie. Für das kleine, feine Museum im Schloss Oberhausen muss man keinen ganzen Tag einplanen. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt der Gasometer Oberhausen – auch sehenswert.“
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Sundowner am Strand: Seaside Beach am Baldeneysee Essen

„Das Ruhrgebiet hat zahlreiche Freibäder und Badeseen. Der wahrscheinlich schickste Beachclub liegt unterhalb der Villa Hügel am Baldeneysee in Essen. In einem Teil des Sees kann man auch schwimmen, besonders einladend finde ich diese abgeteilte Badestelle allerdings nicht. Hier geht es wohl mehr um das coole Strandfeeling und ums Sehen und Gesehenwerden.“
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Wo Kinder zu Piraten werden: Wasserspielplatz im Sportpark Duisburg

„Einer der schönsten Spielplätze, die ich kenne: mit Piratenschiff, Floß und Riesenrutsche. Tolle Lage direkt am Parallelkanal im Sportpark Duisburg, wo auch die Jugendherberge liegt. Ein kleiner Kiosk befindet sich gegenüber. Von hier aus sind es nur wenige Meter zur Wasserskianlage, die ich immer wieder gern besuche. Von der Terrasse aus kann man die ersten Versuche der Kleinsten und die Künste der geübten Wakeboarder beobachten. Auch in der Nähe: der Hochseilgarten „tree2tree“. Kurzum: Hier ist vieles auf kurzem Weg möglich.“
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Das Ruhrgebiet verstehen lernene: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

„Warum sieht es im Ruhrgebiet so aus, wie es aussieht? Warum gibt es so viele Büdchen? Warum kennt jeder das Steigerlied? – Der Bergbau hat das Ruhrgebiet geprägt wie wohl keine andere Region in Deutschland. Deshalb ist der Besuch des Bergbau-Museums in Bochum für jeden Ruhrgebietsbesucher (und -bewohner) ein Muss. Sehr interessant!“
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Julius Brockmann // ruhrwohl

Julius Blog dreht sich ums Ruhrgebiet –  und noch viel mehr. Food-, Interior- und Wein-Liebhaber sind auf seinem Blog ruhrwohl genauso richtig wie alle, die auch nachdenkliche Zeilen nicht scheuen. Liebe auf den ersten Blick war es zwischen dem Ruhrpott und ihm nicht. Nach mehreren Jahren hat Julius aber nun seine ganz persönliche Beziehung zu seinem Zuhause aufgebaut: Man trifft ihn am ehesten auf den Halden – oder in seinem Gemüsegarten.

Hügelpark Essen

„Eine sehr schöne Anlage, die meist viel ruhiger und entspannter als die Stadtparks im Ruhrgebiet ist, da er ein paar Euro Eintritt kostet. Das Geld lohnt sich aber, denn im Preis ist nicht nur der Parkeintritt enthalten, sondern auch die Besichtigung der Villa Hügel, die früher der Hauptsitz der Industriellenfamilie Krupp war.“
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Korte Klippe

„Von der Korte Klippe aus habt ihr einen wunderschönen Blick über den Baldeneysee. Bei gutem Wetter sind sogar die Essener Stadtteile Fischlaken und Heidhausen auszumachen. Mit eurem Ausflug zur Korte Klippe könnt ihr übrigens auch einen Besuch der Ruine Neuen Isenburg verbinden, die nur 600 Meter weiter liegt.“
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Rombergpark Dortmund

„Im Rombergpark in Dortmund findet ihr nicht nur einheimische Pflanzen und Bäume. Hier entführen euch exotische Blumen auch in fremde Länder. Besonders schön ist es im Herbst – zum Indian Summer -, wenn sich die bunten Bäume in Wasser spiegeln.“
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Schloss Weitmar

„In der Burgruine Weitmar kommen moderne Kunst und historische Architektur auf beeindruckende Weise zusammen: in den Überresten des Hauses Weitmar steht heute ein viergeschossiger Kubus, der ein Kunstmuseum beherbergt. Im anliegenden Schlosspark kann man wunderbar auf einer Wiese picknicken. Auch einen Kinder-Spielplatz gibt es hier.“
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Zoo Gelsenkirchen

„Der Zoom wurde in diesem Jahr zum familienfreundlichsten Zoo Deutschlands bestimmt. Dort gibt es einen großen Bauernhof mit Streichelanlage, wo man Pferde und Ziegen streicheln kann. Wer es lieber beschaulich mag, ist im Tierpark + Fossilum Bochum besser aufgehoben. Einen Artikel dazu findet ihr auf meinem Blog.“
Zoom
Fossilium

 

Thomas Dörmann // Ruhrpottblick

Auch Thomas geht mit einem Ruhrpottblick durchs Leben: In seiner Blogreihe „Haldenhopping“ zeigt er seinen Leserinnen und Lesern beispielsweise seine „Ruhrpott Mountains“. Manchmal reist er auch bis an den Rand des Ruhrgebiets und entdeckt Landschaften, die so auch an der Nordsee liegen könnten. Er hat uns ebenfalls seine Ausflugs-Highlights zusammengefasst.

Abkühlung in der grünen Oase – Der Seepark in Lünen

„Strandfeeling mitten im Pott? Na logo! Der Seepark in Lünen ist in der Sommerzeit ein beliebtes Ausflugsziel für viele Schwimmbegeisterte. Mit seinen großen Liegewiesen und sauberen Sandstränden ist der sogenannte Horstmarer See das Highlight im Landschaftspark und sorgt für eine wunderbare Seekulisse im Grünen. Und der Eintritt ist sogar frei.“
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Kraxeln in den Baumwipfeln – Der Kletterpark im Revierpark Wischlingen in Dortmund

„Hinauf in die Baumspitzen hochkraxeln und sich wie Tarzan von Ast zu Ast schwingen. Das ist möglich im Hochseilgarten – „tree2tree“ – im Revierpark Wischlingen. Große und kleine Klettermeister können sich den Anforderungen der unterschiedlichen Parcours, die in Schwierigkeitsgrade vom Anfänger bis zum Kletterprofi eingeteilt sind, stellen. Nach dem Klettern bietet der Revierpark noch viele weitere Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Ausflugstag.“
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Entspannung für die ganze Familie – Der Stadtgarten in Recklinghausen

„Chillen auf einer großen Liegewiese mitten in der Stadt? Kein Problem. Der Stadtgarten in Recklinghausen bietet dafür reichlich Platz auf dem großen Gelände in der Nähe des Festspielhauses. Es ist ein ideales Ausflugsziel für die ganze Familie, denn die Kinder können sich im kleinen Tierpark auf dem grünen Areal des Stadtgartens an eine bunte Tiervielfalt erfreuen. Ein Streichelzoo mit Schafen und Zwergziegen bereichert den charmanten Tierpark.“
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Nostalgische Rundfahrt – Der Gysenbergpark in Herne

„Ein wahrer Klassiker unter den Ausflugszielen, ist der Gysenbergpark als erster Revierpark im Ruhrgebiet. Das Highlight bildet dabei eine kleine nostalgische Minikirmes mit Karussells, Auto-Scooter, Wildwasserrondell und Mini-Riesenrad. Locker kann der Freizeitspaß noch durch eine Runde Disc-Golf über das große Gelände erhöht werden. Vielmehr Nostalgie geht nicht? Doch, denn eine Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft mit der Nostalgie-Bimmelbahn „Jolante“, ist ein Muss für große und kleine Besucher. Nach Spiel und Spaß lohnt sich übrigens ein Abstecher ins üppige Waldgebiet und entlang schattiger Waldwege kann man ganz entspannt den Tag ausklingen lassen.“
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Langweilig wird ein Trip ins Ruhrgebiet auf keinen Fall, soviel ist sicher. Und natürlich findet Ihr vor Ort auch zahlreiche Jugendherbergen, in denen ihr übernachten könnt (siehe Karte unten). Die Jugendherberge Duisburg liegt beispielsweise im Sportpark, einem von Anjas Tipps, und in der Jugendherberge Bochum gibt´s sogar das Klassenfahrts-Programm „Ruhrabenteuer“ .

Habt ihr noch mehr Lieblingsspots im Ruhrgebiet? Verratet sie uns doch gerne in den Kommentaren.

Headerbild: Ruhr Tourismus, Fotograf: Jochen Tack

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