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24 Stunden: Ein Tag mit dem jüngsten Herbergsleiter im Norden

Junge Menschen scheuen Verantwortung? „Von wegen!“, sagt Lasse Schörling. Mit 27 Jahren hat er in der Jugendherberge Ratzeburg gerade das Ruder übernommen und wurde so zu einem der jüngsten Herbergsleiter Deutschlands.

Am Anfang war Australien.“– So beginnt die faszinierende Geschichte eines der jüngsten Herbergsleiter Deutschlands: Lasse Schörling, 27 Jahre jung, aus Schleswig-Holstein. Nach dem bestandenen Abitur zog es den damals 19-Jährigen nämlich so wie viele seines Jahrgangs erst einmal ins Ausland: „Work & Travel – ein tolles Abenteuer“ erinnert er sich noch heute. In seinem Jahr in Down Under sammelt der gebürtige Ratzeburger Erfahrungen fürs Leben, lernt neue Freunde und – nicht unwichtig – auch das Arbeitsleben mit all seinen Facetten kennen. Nur von einem ist danach nicht mehr ganz so viel da: Geld. „Ich brauchte dringend einen Nebenjob“, weiß er noch genau.

Lasse Schörling, der jüngste Herbergsleiter Deutschlands, bereitet sich für das Stand Up Paddeling vor

VON DOWN UNDER AN DEN RATZEBURGER SEE

Und diesen Job fand Schörling 2013 schnell – in der wenige Monate zuvor frisch eröffneten Jugendherberge Ratzeburg. „Ich kannte die Herbergseltern von früher und hab es einfach mal mit einer Bewerbung probiert. Zum Glück war eine Stelle frei“, erinnert sich Schörling, der parallel zum Nebenjob beim DJH ein Ökotrophologie-Studium aufnimmt. Anfangs als „Mädchen für alles“ im Einsatz, spürt er bald: „Mir liegt das selbstständige, organisierte Arbeiten. Und auch Verantwortung zu übernehmen, ist ganz mein Ding.“ Ob an der Rezeption oder als Unterstützung des Hausleiters Stefan Wehrheim im Büro – Schörling packt neben seinem Studium überall im Haus mit an: „Ich habe das sehr genossen, weil es nie so etwas wie Arbeitsalltag gab: jeden Tag neue Gäste, neue Aufgaben und neue Herausforderungen. Ein echter Traumjob für mich.“ Als sein Chef beschließt, die Leitung des Hauses am Ratzeburger See abzugeben und in die Geschäftsleitung des DJH-Landesverbands Nordmark zu wechseln, folgt Lasse seinem Bauchgefühl: „Eigentlich wollte ich den Master in Lebensmittelwissenschaften machen, aber dann hab ich mich kurz entschlossen beworben.“ Mit Erfolg! Am Ende setzt er sich durch – auch gegen viele ältere Bewerber und wurde so zum jüngsten Herbergsleiter Deutschlands.

Lasse Schörling steht vor dem Ratzeburger See

EINE NEUE GENERATION HERBERGSLEITER

Seit dem 1. Juli ist Lasse Schörling nun als Leiter in Ratzeburg und Chef des 27-köpfigen Teams im Einsatz: „Es ist ein toller Mix aus Büroarbeit, Gästekontakt und Strategie. Ich fühle mich hier super wohl und bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.“ Sein Alter sieht Schörling, der Vater eines kleinen Mädchens ist, übrigens keineswegs als Nachteil: „Ein guter Herbergsleiter muss sich auf verschiedenste Menschen einstellen können, Organisationstalent besitzen, flexibel, belastbar und teamfähig sein – all das bringen wir jungen Herbergsväter genauso mit wie die ,alten Hasen‘. Was nicht heißen soll, dass ich mich nicht über den Austausch freue. Ich denke, wir können viel voneinander profitieren und lernen.“


Ein Blick hinter die Kulissen

Arbeitsstart

6.45 UHR: Zum Start in den Tag widmet sich Lasse zunächst den Buchungsanfragen und Mails, die über Nacht reingekommen sind. Dann stehen Themen wie Buchhaltung und Rechnungen an.

Teamarbeit

8.00 UHR: Ob in der Spülküche, bei der Reinigung des Speisesaals oder an der Rezeption beim Check-out – Lasse unterstützt seine Kollegen überall dort, wo gerade Hilfe benötigt wird.

Frühstück

10.00 UHR: Die Gäste sind bereits versorgt, nun frühstückt auch das Team der Jugendherberge gemeinsam. Die halbe Stunde wird auch dazu genutzt, die Events des Tages zu besprechen. Der Chef ist natürlich dabei.

Bürozeit

12.00 UHR: Buchungsanfragen, Lieferantenanrufe, Belegungspläne studieren und Veranstaltungen in der Jugendherberge organisieren – typische Aufgaben, denen der 27-Jährige jetzt bis zum Mittag nachgeht.

Planerei

13.30 UHR: Der Arbeitstag neigt sich dem Ende entgegen. Lasse nutzt die letzten 1,5 Stunden, um den nächsten Tag zu planen, einige Mails zu beantworten und eine saubere Übergabe an die Kollegen der Folgeschicht in die Wege zu leiten.

Heimweg

16.00 UHR: Wer früh in den Tag startet, der hat noch mehr vom Feierabend. Diesen verbringt Lasse am liebsten mit seiner Frau und seiner Tochter – oder beim Sport mit seinen Freunden.

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