Neues erproben

24 Stunden: Ein Besuch aus China

Ni Hao aus China besucht die deutschen Jugendherbergen

Jugendherbergen gibt es weltweit. Obwohl jedes Land seine eigene Philosophie hat, können wir dennoch viel voneinander lernen. Davon ist Ni Hao vom chinesischen Jugendherbergswerk überzeugt. Wir haben den Besuch aus China im November getroffen.

Sieben Jahre ist es her, dass der damals 22-jährige Ni Hao den Weg von Chang Xing im Osten Chinas auf sich nahm, um im fernen Deutschland einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Dies führte ihn geradewegs zu uns, genauer gesagt: in die Jugendherberge Hoherodskopf in Hessen. „Ich weiß noch, wie aufgeregt ich damals war, als ich zum allerersten Mal in Deutschland ankam. Ich kannte ja niemanden und war noch nie so lange von daheim fort“, erinnert sich der Besuch aus China.

Wir treffen uns mit ihm und Stephan Riese, für das Deutsche Jugendherbergswerk im Bereich Qualitätssicherung im Einsatz, im Foyer der Jugendherberge Berlin-International. „Zum Glück bin ich von dem Team der Jugendherberge toll aufgenommen worden und habe mich schnell zu Hause gefühlt.“ Während seiner 18 Monate in der Jugendherberge im Nationalpark Hoher Vogelsberg erlernt Ni Hao die deutsche Sprache und wird glühender Anhänger des FC Bayern München. Er lernt auch den Alltag in den Jugendherbergen aus allen Blickwinkeln kennen.

Schnell wird dem jungen Mann klar: „Das ist ein Arbeitgeber, bei dem ich mich und meine Talente gut einbringen kann. Hier will ich Karriere machen.“ Der Weg führt den Studenten nach eineinhalb Jahren zurück nach China. Dort beginnt er kurz darauf in der Hauptgeschäftsstelle des chinesischen Jugendherbergsverbands seine berufliche Laufbahn . Doch eines bleibt: der enge Draht nach Deutschland.

Von der Küche bis in die Bar wirft Ni Hao bei seinem Besuch in der Jugendherberge Berlin-International einen Blick hinter die Kulissen. „Vieles läuft hier ganz anders als bei uns – das ist sehr inspirierend“, stellt er im Gespräch mit Kollege Stephan Riese fest.

Der Besuch aus China hat ein besonderes Verhältnis zu den deutschen Jugendherbergen

„Es vergeht kaum eine Arbeitswoche, in der ich nicht mit Kollegen in Deutschland zu tun habe“, freut sich Ni Hao. Auch privat hält er
Kontakt zu seinen damaligen Weggefährten. Das ist auch seiner aktuellen Position beim chinesischen Verband zu verdanken. „Ich
arbeite in einem Team, das für die internationale Zusammenarbeit, die Programmentwicklung und das Qualitätsmanagement zuständig ist“, erzählt der Besuch aus China. „Die Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Deutschland gesammelt habe, helfen mir hier natürlich sehr.

Wie sehen die Zimmer in deutschen Jugendherbergen aus? Gemeinsam mit Stephan Riese nimmt Ni Hao die Räume der Jugendherberge unter die Lupe.

Die Rückkehr aus China

Umso größer darum die Freude, als der 29-Jährige im Frühjahr 2019 erfährt, dass er im Rahmen einer durch das Bundesfamilienministerium geförderten Hospitation im November 2019 für vier Wochen nach Deutschland zurückkehren darf. „Ob das Management der Jugendherbergen, die Entwicklung von Bildungs- und Jugendaustauschprogrammen oder die Marketingstrategien. Das Deutsche Jugendherbergswerk und seine Arbeit sind für mich ein Vorbild“, erzählt der Besucher aus China. Ni Hao macht während seines Aufenthalts u. a. in Berlin, Detmold, München und seiner alten Wirkungsstätte in Hessen Halt. „Besuche wie hier heute, bei denen ich gemeinsam mit deutschen Kollegen wie Stephan Riese mal hinter die Kulissen schauen darf, sind extrem hilfreich“, freut sich Ni Hao nach einem Rundgang durch die Jugendherberge. „Stephan hat mir so viel gezeigt und so viel über die Kategorien und Ausstattungen in deutschen Jugendherbergen erzählt. Ich nehme ganz viele Inspirationen und Ideen mit nach Hause und freue mich auf das nächste Mal.“

Der Tagesablauf unseres Besuchs aus China

Los geht’s!

9.00 UHR: Der Besuch in der Jugendherberge Berlin-International startet für Ni Hao mit einem Frühstück. Hier lernt er den Hausleiter Christian Naumann kennen. Mit ihm sowie Stephan Riese, der beim DJH im Bereich Qualitätssicherung arbeitet, wird sich der Besuch aus China das Haus heute genauer anschauen.

Neugierde

10.00 UHR: Gut gestärkt starten die drei zu ihrer Hausbesichtigung. „Die Jugend- herberge Berlin-International ist ein Haus der Kategorie 2. Ich bin total gespannt, wodurch sich diese Kategorie auszeichnet.“

Besichtigung

11.00 UHR: Nachdem sie die Gemeinschaftsräume erkundet haben, besichtigen die drei ein Zimmer: „Durch unsere Arbeit erhalten die Gäste eine gute Orientierung, welchen Standard und welche Ausstattung sie in den Jugendherbergen erwarten können“, freut sich Ni Hao.

Austausch

12.30 UHR: Bei einem entspannten Mittagessen tauschen sich Ni Hao und seine Kollegen über die unterschiedlichen Qualitätsstandards in chinesischen und deutschen Jugendherbergen aus. „Sehr spannend, denn eine Kategorisierung wie in Deutschland gibt es bei uns gar nicht.“

Eindrücke

14.15 UHR: Zum Abschluss besichtigt Ni Hao schließlich noch die modernen Tagungsräume des Hauses. Ni Hao schwärmt: „Schulklassen und Seminargruppen erhalten in Jugendherbergen ideale Bedingungen für ihre Seminare, Workshops und Weiterbildungen.“

Feierabend

15.30 UHR: Nach einem letzten gemeinsamen Getränk an der Bar geht die Reise für Ni Hao weiter: „Ich habe heute viel gelernt, spannende Einblicke und viele Anregungen mitgenommen!“

Seit 100 Jahren vertreten die Jugendherbergen Werte, die das Leben bereichern. Für alle, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Gemeinschaft erleben wollen und aufeinander zugehen. Mutig. Auch mal übermütig.

0 Kommentare zu “24 Stunden: Ein Besuch aus China

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.