Filme für Menschenrechte

Bundespräsident Gauck: „Zeichen setzen gegen das Nicht-Sehen-Wollen“

Können Filme die Situation von Menschen verbessern? Man muss es zumindest versuchen. Davon sind die Veranstalter des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises überzeugt. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) gehört zu den Unterstützern. Soeben ging der zehnte Wettbewerb zu Ende.

In diesem Jahr wurden 385 Produktionen eingereicht. Die Themen Vertreibung und Flucht sowie Integration von Geflüchteten nahmen eine zentrale Position ein. Darüber hinaus haben die Filmemacher viele weitere Missstände behandelt: Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit, Zwangsarbeit und Lohnsklaverei, Menschenhandel, Verschwindenlassen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Bürgerkriegsgebieten. Es gab aber auch Filme zu ermutigenden Beispielen.

Vor mehr als 450 Gästen nahmen jetzt in Nürnberg sechs Filmemacher ihre Preise entgegen. Gastredner war Prof. Dr. Heribert Prantl von der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Er mahnte er: „Man wird das 21. Jahrhundert, man wird Europa einmal daran messen, wie es mit den Flüchtlingen umgegangen ist. Man wird es daran messen, was es getan hat, um Staaten im Chaos wieder zu entchaotisieren. Man wird es daran messen, welche Anstrengungen unternommen wurden, um entheimateten Menschen ihre Heimat wiederzugeben.“ Gleichzeitig forderte er: „Die Menschenrechte brauchen Heimat in Europa. Sonst ist Europa keine Heimat.“

In einem Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck heißt es: „Mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis hat sich eine Ehrung etabliert, die ein Zeichen setzt gegen das Nicht-Sehen-Wollen; ein Zeichen gegen das, was in so vielen Ländern traurige Realität ist: die Verletzung menschenrechtlicher Grundfreiheiten.“

Die Preisträgerfilme gehen nun auf eine Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und werden an zwölf Orten öffentlich gezeigt. Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben und von 18 bundesweit tätigen Organisationen, darunter das DJH, getragen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

DMFP auf Facebook: www.facebook.com/deutscher.menschenrechtsfilmpreis

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djh.redaktion Dezember 18, 2016 Aktuell